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Die Elfenbeinküste - unser Projektland im Überblick

 

 

Hier finden Sie einen interessanten Radiobeitrag über die verschiedenen Facetten der Elfenbeinküste im Rahmen der Sendung Weitwinkel bei SWR vom 27.08.2011.

 

Die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire) befindet sich in Westafrika und grenzt an Ghana (im Osten), Liberia (im Westen), Guinea (im Nord-Westen) sowie Mali und Burkina Faso (beide im Norden).

Die Elfenbeinküste ist überwiegend von Landwirtschaft geprägt und es herrscht feucht-tropisches Klima.

Fläche des Landes: 322.000 km²

 



Bevölkerung: 20.617.068 Einwohner (54 Einwohner/qkm)

Bevölkerungswachstum:
WB: 1999 – 2005 durchschnittl. 2,2 %, IWF: 2001 – 2005 durchschnittl. 1,6 %, UNDP: 1975 – 2003 durchschnittl. 3,5 %

Hauptethnien:über 60 Ethnien, darunter 25 Prozent Akan-Gruppe (darunter Baoulé - vor allem im Zentrum des Landes und im Großraum Abidjan), 12 Prozent Kru (vorwiegend Bété - im Südwesten und im Zentrum), 11 Prozent Volta-Gruppe (hier vor allem Senoufou, im Norden ansässig), 10 Prozent Malinké (ebenfalls im Norden), 8 Prozent Mandé-Gruppe (im Westen)


Landessprache:
Verkehrssprache Französisch, über 60 einheimische afrikanische Sprachen

Hauptstadt:
Yamoussoukro, 200.000 Einwohner (wirtsch. und faktisch auch politische Hauptstadt: Abidjan: 5,0 Mio.); das Land ist in 58 Departments unterteilt; wichtigste Verwaltungseinheiten auf örtlicher Ebene – vergleichbar den Landkreisen in Deutschland – sind die sous-préfectures

Religionen: ca. 40% Muslime; ca. 30% Christen, übrige Animisten

Nationalfeiertag:
7. August

Unabhängigkeit: 7. August 1960

Regierungsform: Präsidiale Republik

Staatsoberhaupt: Laurent Gbagbo (seit Oktober 2000)

Regierungschef: Guillaume Kigbafori Soro (seit März 2007)

Regierung: Auf fünf Jahre gewähltes, mit erheblicher Machtfülle ausgestattetes Staatsoberhaupt ist seit dem 26.10.2000 Laurent Gbagbo (FPI, 59,4 Prozent der abgegebenen Stimmen), sein Vertreter ist Parlamentspräsident Mamadou Koulibaly (FPI). Das ebenfalls im fünfjährigen Turnus gewählte Einkammerparlament hat 225 Abgeordnete, wovon auf die FPI 96, auf die PDCI 94. auf unabhängige Kandidaten 22, auf die RDR 5, auf die PIT zwei und auf andere 4 Abgeordnete entfallen. Das jeweils 5-jährige Regelmandat von Präsident und Parlament ist im Oktober 2005 ausgelaufen. Aufgrund der andauernden Krise und der aufwendigen Vorbereitungen konnten bislang keine Neuwahlen stattfinden.

Rechtssystem: Das Rechtssystem basiert auf französischem Recht/Gewohnheitsrecht. Der oberste Gerichtshof entscheidet über die Revision in zivil-, straf- und verwaltungsrechtlichen Streitigkeiten und erfüllt die Funktion eines Verfassungsgerichts

Wichtigste Medien: Tageszeitungen: “Fraternité Matin“ (Aufl. ca. 35.000), „Soir Info“ (Aufl. ca. 19.000), „Nouveau Reveil“, „Le Patriote“, „L’Inter“ (Aufl. jeweils ca. 13.000), „Notre Voie“ (Aufl. ca. 11.000), „Nord-Sud“ (Aufl. ca. 10.000). Hörfunk: Radio Côte d' Ivoire, BBC Afrique, Radio ONUCI-FM, AfricaNo.1, VOA, RFI. Fernsehen: Télévision Ivoirienne (2 Kanäle), DSTV (Pay-TV), TV 5 Afrique


Politische Situation:

Zeichnete sich die Côte d’Ivoire unter ihrem Gründungspräsidenten Felix Houphouët-Boigny von der Unabhängigkeit 1960 bis zu dessen Tod 1993 durch vergleichsweise hohe politische Stabilität und wirtschaftlichen Wohlstand aus, so geriet das Land in den folgenden Jahren immer stärker in eine Krise. Ende 1999 putschte sich das Militär unter General Robert Gueï an die Macht. Im Oktober 2000 wurde, nachdem der ehemalige Präsident Bédié und der ehemalige Premierminister Ouattara von der Kandidatur ausgeschlossen wurden, der langjährige Oppositionspolitiker Laurent Gbagbo (FPI) zum Präsidenten gewählt. Dennoch kam das Land nicht zur Ruhe.

Rebellion im Norden

Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Verteilungskämpfe und des Streits um die ivorische Identität und die staatsbürgerlichen Rechte kam es am 19. Sept. 2002 zur bewaffneten Rebellion aus dem Norden. Der Putschversuch gegen Präsident Gbagbo schlug fehl; seither ist das Land in einen von den Regierungstruppen gehaltenen Süden und einen von den Rebellen, den so genannten Forces Nouvelles, beherrschten Norden geteilt. Seit Unterzeichnung der Vereinbarung von Ouagadougou (März 2007) hat sich die Lage deutlich entspannt. Alle Konfliktparteien sind an einer friedlichen Lösung der Krise interessiert. Eine Wegmarke wird die Durchführung fairer und freier Wahlen sein, die allerdings immer wieder verschoben worden sind und nun erst im Sommer 2010 stattfinden sollen.

Friedensmission

Seit April 2004 sichern etwa 7.000 Soldaten der VN-Mission ONUCI das Land vor erneuten politischen Auseinandersetzungen. Sie werden von 900 französischen Soldaten der Operation „Licorne“ unterstützt. Im Oktober 2005 verabschiedete der VN-Sicherheitsrat die Resolution 1633, um dem Friedensprozess neues Momentum zu verleihen. Darin war vorgesehen, dass Präsident Gbagbo (nach Ablauf seines regulären Mandats Ende Oktober 2005) bis zu einem weiteren Jahr im Amt bleibt. Es sollte eine neue, in ihren Kompetenzen gestärkte Regierung der nationalen Versöhnung gebildet werden.

Der VN-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1880 erneut die Präsenz der in der CIV stationierten ONUCI-Truppen verlängert und zwar bis zum 31. Januar 2010.

Vereinbarung von Ouagadougou

Aufgrund eines Vorschlags von Präsident Gbagbo wurden Anfang Februar 2007 in Ouagadougou die sog. Direktgespräche unter Vermittlung des burkinischen Staatspräsidenten Compaoré aufgenommen, die am 4. März in die Unterzeichnung der „Vereinbarung von Ouagadougou“ mündeten. Anfang April nahm eine neue Regierung unter Führung des FN-Generalsekretärs Guillaume Soro die Arbeit auf. Mit drei weiteren Abkommen wurden weitere Einzelheiten geregelt.Zwar liegt die Regierung Soro bei der Umsetzung der Friedensvereinbarung weit hinter dem vereinbarten Zeitplan. Dennoch ist eine allgemeine Entspannung der Situation festzustellen. Die Wiedervereinigung des Landes schreitet (mit kleinen Schritten) voran.

Die soziale Situation:

- im Human Development Index (2009) befindet sich die Elfenbeinküste auf Platz 163 von 182 Ländern
- bis zu 3000 Personen wurde während des Bürgerkrieges getötet und bis zu 700,000 Personen vertrieben
- Die HIV/AIDS-Rate ist mit 4.7% relativ gering
- Armut hat ein alarmierendes Niveau erreicht und stieg von 38% im Jahr 2002 auf 49% im Jahr 2008
- 51,3 % der Einwohner ab 15 Jahren Analphabeten (2007)
- Lebenserwartung liegt bei 55,45 Jahren (2009)
- Einschulungsquote liegt bei 56% (2004)

Wirtschaft:

Das Land hat die größte Wirtschaft (ca. 36% des BIP) der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) und der Zentralbank der Westafrikanischen Staaten (BCEAO). Die Elfenbeinküste verfügt außerdem über ein relativ hohes BIP (s.u.) und ist Transitland für die Länder ohne Meerzugang. Das Land hat damit einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung in der gesamten Region. Als welweit größter Kakao-Exporteur und Afrikas größter Produzent von Robusta-Kaffee positioniert sich das Land mit seinen Exportausfuhren in Sub-Sahara-Afrika auf Platz 4 hinter Südafrika, Nigeria und Angola. Das Land verfügt sowohl über eine diversifizierte Landwirtschaft als auch über einen signifikanten Verarbeitungs- und Dienstleistungssektor.

Kakao war lange die Hauptquelle der Exporteinnahmen (bis zu 40 Prozent der Exporterlöse). Mittlerweile ist die Bedeutung des Kakaos zugunsten des Erdölsektors zurückgegangen. 2007 betrug der Anteil von Kakaobohnen am Exporterlös gemäß IWF-Angaben lediglich 28,8 Prozent, der Anteil von Erdölprodukten 34,4 Prozent. 2007 wurden 1,2 Mio. Tonnen Kakao produziert, ein Minus von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kaffeeproduktion ist dagegen laut IWF um 45,9 Prozent auf 170.800 Tonnen gestiegen.

Die Rohölproduktion hat in 2005 mit der Inbetriebnahme des Baobab-Feldes einen starken Aufschwung erfahren, bleibt aber im Vergleich zu anderen afrikanischen Produzenten bescheiden. 2007 wurden 17,4 Mio. Barrel Rohöl produziert.

Derzeit verfügt Côte d’Ivoire über Raffineriekapazitäten von 70.000 Barrel/ Tag. Die Grundsteinlegung für eine zweite Raffinerie mit einer Kapazität von 60.000 Barrel/ Tag erfolgte im November 2007. Neben dem eigenen Öl raffiniert Côte d’Ivoire auch Rohöl, das es aus anderen Ländern der Region (besonders Nigeria) importiert.
Die Gasproduktion in 2007 belief sich auf 1.420,32 Mio. Kubikmeter (Produktion insbesondere durch französische und amerikanische Firmen). Die Gasreserven werden vom Côte d'Ivoire-Energieministerium auf 23.690 Mrd. Kubikmeter beziffert.

Die Inflationsrate ist von 2,5 Prozent in 2006 auf 1,9 Prozent in 2007 gefallen.
Die Arbeitslosenquote wird auf etwa 40 Prozent geschätzt (60 Prozent unter Jugendlichen).
Die Weltbank schätzt den Anteil des informellen Sektors am BIP auf knapp 40 Prozent.

Durch die aus französischer Kolonialzeit herrührende feste Bindung der Landeswährung Franc CFA an den Euro herrscht eine relative Preisstabilität, andererseits birgt die Wechselkursbindung die Gefahr von Wettbewerbsnachteilen und Verzerrungen im Außenhandel.

Der Bürgerkrieg in den Jahren 2002-2003 hat dennoch sichtbare Spuren hinterlassen und vorallem die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt. Investoren schätzen jedoch grundsätzlich das gute Bildungsniveau der Eliten.

Primäre-Einnahmequellen: Kakao, Kaffee, Baumwolle, Naturkautschuk, Palmöl, Holz und Früchte sowie in den vergangenen Jahren durch die Entdeckung von Öl- und Gasreserven vor der Küste vermehrt auch Energieressourcen.

BIP nominell: 2007: ca. 18,2 Mrd. USD (Landwirtschaft 23 %, Industrie 26 %, Dienstleistungen 51%)

BIP nominell pro Kopf: 2007: 957 USD 

 

 

 

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